Die Angst, dass Wohnraumlüftungen die Stromrechnung in die Höhe treiben, ist bei näherem Hinsehen unbegründet. Wohnraumlüftungsanlagen sind auf maximale Effizienz ausgerichtet und arbeiten mit Wärmerückgewinnung. Die Wärme der Abluft wird zur Vorerwärmung der Frischluft genutzt. Damit ist es möglich, minus 10 Grad Celsius kalte Außenluft auf rund 17 Grad Celsius zu erwärmen, wenn sie in die 20 Grad Celsius warmen Innenräume gelangt – ganz ohne zusätzliche Energiezufuhr. Damit übersteigt die gewonnene Energie den sehr geringen Strombedarf des Ventilators. Im Gegensatz dazu gelangt bei herkömmlicher Fensterlüftung die warme Raumluft ungenutzt ins Freie. Zusätzlich dringt kalte Luft ein, die sich erst langsam und energieintensiv aufwärmt.
Die Energiebilanz ist daher bei Wohnraumlüftungsanlagen besser als bei der Fensterlüftung. Dies wird auch von der EU mit der Eco-Design-Richtlinie gefordert. Seit 1.1.2018 darf keine Lüftungsanlage verkauft werden, die in der Energie-Gesamtbilanz weniger als 20 kWh/m²a zurückgewinnt, d. h. Lüftungsanlagen dürfen in Summe keine Energie verbrauchen.
Die Vorstellung, dass Lüftungsanlagen Stromfresser sind, rührt wohl noch aus vergangenen Zeiten her, als Lüftungsanlagen noch mit Wechselstrom betrieben wurden und Luftschalldämpfer oder lange Rohrnetze den Stromverbrauch tatsächlich in die Höhe getrieben haben. Heutzutage werden in Lüftungsanlagen meist sehr effiziente Gleichstrommotoren genutzt, was einen insgesamt sehr niedrigen Energieverbrauch ergibt.