
Doch was genau bedeutet Volumenstrom eigentlich? Wie wird er berechnet? Und warum unterscheiden sich Wohngebäude, Büros oder Gewerbeobjekte so deutlich?


Ist der Volumenstrom zu niedrig, wird verbrauchte Luft nicht ausreichend abgeführt.
Die Folgen sind:
• Steigende CO₂-Konzentration
• Höhere Luftfeuchtigkeit
• Unangenehme Gerüche
• Erhöhtes Schimmelrisiko
• Sinkender Wohnkomfort
Gerade in modernen, luftdichten Gebäuden kann sich dies bereits nach kurzer Zeit bemerkbar machen.
Ein überdimensionierter Volumenstrom führt zu:
• Unnötig hohem Stromverbrauch
• Erhöhten Wärmeverlusten
• Zugluft
• Zusätzlicher Belastung der Lüftungsanlage
Es geht daher nicht um die leistungsstärkste Lüftungsanlage, sondern darum die optimale Leistung und Einstellung zu finden.

Zur Berechnung des Volumenstroms, den eine Anlage leisten soll, benötigt man zwei Werte: das Volumen des betreffenden Raums und die Luftwechselrate. Diese sagt aus, wie oft das gesamte Raumvolumen in einer Stunde ausgetauscht wird, angegeben in 1/h oder h-1. Wenn das Raumvolumen 1x pro Stunde ausgetauscht wird, ist die Luftwechselrate 1 1/h, bei 2x pro Stunde ergibt sich entsprechend 2 1/h. Wenn das Raumvolumen einmal alle 2 Stunden ausgetauscht wird, ist die Luftwechselrate 0,5 1/h – dies ist ein empfohlener Orientierungswert für Wohnraumlüftung, den wir auch für unser Beispiel verwenden.
Bei einer Wohnung mit 120 m2 und einer Deckenhöhe von 2,5 m ergibt sich ein Raumvolumen von 300 m3 (120 x 2,5 = 300).
Die Formel für den benötigten Luftvolumenstrom ist: Raumvolumen x Luftwechselrate, also 300 m3 x 0,5 1/h = 150 m3/h.
In unserem Beispiel ergibt sich damit ein Volumenstrom von 150 m3/h, den die Lüftungsanlage fördern können muss.
Dieses Beispiel dient lediglich zur Veranschaulichung. In der Praxis erfolgt die Auslegung nach den geltenden Normen und unter Berücksichtigung vieler weiterer Einflussgrößen.
*Orientierungswerte, je nach Nutzung und Anforderung an das Gebäude

• Anzahl der Bewohner
• Größe der Räume
• Nutzung der Räume
• Feuchtigkeit (Bad, Küche, Hauswirtschaftsraum)
• Luftdichtheit des Gebäudes
• Gewünschter Komfort
• Anforderungen durch Gesetze und Normen
Grundlage hierfür bilden unter anderem die Anforderungen der DIN 1946-6 für Wohngebäude.
Unser Tipp: Kostenlose Auslegungsvorschläge gibt es hier: