Wärmetauscher – einfach erklärt



In der Lüftungstechnik kommt es neben der Funktion und dem Preis auch auf die richtige Wahl der Werkstoffe an. Die Materialien spielen dabei eine zentrale Rolle , insbesondere Polystyrol, Aluminium, Keramik und Kupfer, die jeweils eigene Eigenschaften und Stärken besitzen. Besonders bei Wärmetauschern, dem „Herzen“ von Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung, entscheidet das eingesetzte Material über Leistung, Haltbarkeit des Geräts und Zufriedenheit des Nutzers. Zudem gibt es Wärmetauscher in unterschiedlichen Bauarten wie Kreuz-, Gegenstrom- und Rotations-Wärmetauscher bzw. -speicher. Diese liefern unterschiedliche Eigenschaften bezüglich Stabilität, Effizienz, Wärme- und Feuchterückgewinnung.


Wir unterscheiden grundsätzlich zwischen rekuperativen und regenerativen Wärmetauschern. Rekuperativ (von lateinisch recuperare = wiedergewinnen) bedeutet, dass Zu- und Abluftstrom in durch Polystyrol- oder Aluminiumplatten getrennten Kanälen aneinander vorbeigeführt werden. Die Wärme der Abluft wird über diese Platten direkt auf die Zuluft übertragen.
Dies findet Anwendung in Kreuzstrom oder Gegenstrom-Wärmetauschern, meist in zentralen Systemen. Die Wärmerückgewinnungs-Effizienz ist unterschiedlich hoch: Der Kreuzstrom-Wärmetauscher leistet die geringste Effizienz, ist aber platzsparend. Der Gegenstrom-Wärmetauscher dagegen leistet die höchste Effizienz, braucht dafür aber entsprechend mehr Raum. 
Gegenstrom-Wärmetauscher
Beim Gegenstrom-Wärmetauscher durchströmen Zu- und Abluft den Wärmetauscher über eine längere Strecke parallel in entgegengesetzter Richtung, was die Wärmeübertragung besonders effizient macht. Gegenstrom-Wärmetauscher aus Polystyrol können Rückgewinnungseffizienzen von über 90 % erreichen. 
Sie übertragen die Wärme der Abluft auf die Zuluft, ohne dass sich die Luftströme vermischen, und eignen sich ideal für Räume mit konstanter Luftfeuchtigkeit. Ein Beispiel hierfür ist der Reneo S 350.
Kreuzstrom-Wärmetauscher
Beim Kreuzstrom-Wärmetauscher werden Zu- und Abluft im 90°-Winkel zueinander geführt. Über dünne Platten wird die Wärme aus der Abluft auf die kühlere Zuluft übertragen. Die Luftströme sind vollständig getrennt, sodass keine Feuchtigkeit, Gerüche oder Verunreinigungen übertragen werden. 
Kreuzstrom-Wärmetauscher aus Aluminium erreichen Rückgewinnungseffizienzen von bis zu 80 % und zeichnen sich durch eine kompakte Bauweise aus, die besonders für kleinere Geräte und enge Einbauräume geeignet ist. 
Enthalpie-Wärmetauscher
Der Begriff „Enthalpie“ bezeichnet den Gesamtenergiegehalt der Luft, der sowohl die fühlbare Wärmeenergie als auch die in der Feuchtigkeit enthaltene Energie berücksichtigt. Bei einem Enthalpie-Wärmetauscher wird daher zusätzlich zur Wärme auch die Feuchtigkeit der Luft übertragen, was ein natürliches Raumklima ermöglicht. Eine Enthalpiebeschichtung bietet zusätzlichen Komfort bei Wärmetauschern aus Polystyrol. Bei der Enthalpie-Variante wird über eine spezielle Membran zusätzlich Feuchtigkeit übertragen , was für mehr Komfort und ein gesünderes Raumklima sorgt. Einige Wärmetauscher verwenden spezielle Membranen, die Wassermoleküle, jedoch keine Keime, Schadstoffe oder Gerüche durchlassen. 
Dies ist ideal für Wohnräume mit niedriger Luftfeuchtigkeit.
Regenerative Wärmetauscher (von lateinisch regenerare = wieder erzeugen) arbeiten als Wärmespeicher. Hier strömt die Abluft durch einen Wärmespeicher und gibt ihre Wärme an diesen ab. Die gespeicherte Wärme wird anschließend an die durchströmende Außenluft übertragen. Oft wird dieses System im dezentralen Bereich eingesetzt, kommt jedoch auch in zentralen Anlagen zum Einsatz, etwa in Form von Rotations-Wärmetauschern. Beispiele sind Pendellüfter in dezentralen Systemen oder zentrale Anlagen mit Rotations-Wärmetauschern, die eine hohe Wärmerückgewinnungs-Effizienz erreichen.
Bei Keramik-Wärmespeichern erfolgt der Wärmeaustausch über einen definierten Zyklus, im sogenannten Pendelbetrieb. In der Abluftphase strömt die warme Abluft durch den Wärmetauscher und überträgt die Wärme auf den Keramikkern. In der darauffolgenden 
Zuluftphase wird die gespeicherte Wärme an die hereinströmende kühlere Außenluft abgegeben, sodass die Wärme aus der Abluft effizient genutzt wird. Ein Beispiel für dieses System ist die dezentrale Wohnraumlüftung Blauberg VENTO inHome.
Rotations-Wärmetauscher
Rotations-Wärmetauscher bestehen aus einem kontinuierlich rotierenden Speichermaterial. Die Abluft strömt durch einen Teil des Wärmetauschers, dieser dreht sich weiter und überträgt die gespeicherte Wärme und Feuchtigkeit an die anschließend durch dieselbe Stelle strömende Außenluft. Typischerweise bestehen sie aus wellenförmigen Metallfolien oder Edelstahl. Ein entsprechendes Produktbeispiel ist KOMFORT Roto EC.
Wärmetauscher sind das Herzstück der Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung. Sie machen Energie mehrfach nutzbar, verbessern das Raumklima und tragen zur Reduktion des CO₂-Fußabdrucks bei.
Sie bieten zudem zahlreiche Ausführungen und helfen dabei, eine 
Lüftungsanlage an die individuellen Bedürfnisse des Nutzers anzupassen.
Mit hochwertigen Materialien werden Wärmetauscher zum Kern technischer Effizienz und sind nahezu unsichtbar, aber unverzichtbar.

Wärmetauscher im Fokus


Unser neues Video liefert in wenigen Minuten einen klaren Überblick über die unterschiedlichen Arten von Wärmetauschern. Perfekt für alle, die sich für moderne Lüftungstechnik interessieren.

Ob Gegenstrom-Wärmetauscher in zentralen Anlagen oder Keramik-Speicher in dezentralen Systemen – beide Technologien haben klare Vorteile. Das Video zeigt, wie Bauart und Materialien die Effizienz, Haltbarkeit und Luftqualität bestimmen.


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